Nonam (Nordamerika Native Museum)
Ich bin am Bahnhof Tiefenbrunnen aus dem Tram 4 ausgestiegen. Das Nordamerika Native Museum liegt noch etwa gut 10 Minuten entfernt. Der Weg dahin ist gut beschildert. Der Eingang liegt etwas versteckt zwichen den Häusern in einer Art Hinterhof. Gleich nebenan ist das Amt für Städtebau, Abteilung Wasserarchäoloige und Dermaarchäologie. Das Museum ist wegen der Massnahmen gegen die Verbreitung von Covid-19 noch geschlossen. Ich kann aber durch die Fenster und die gläserne Tür in den Eingangsbereich herinschauen. Im Shop kann man allerhand Dionge wie Amulette und Traumfänger käuflich erwerben.

Auf dem Hinterhof stehen zwei grosse Tische. Die Sonnenschirme sind zusammengebunden. Am Ende des Platzes hat es eine alte Mauer. Davor steht ein, mit Wasser gefülltes Kanu. Der Ort scheint eine Art versteckte Oase innerhalb der Stadt zu sein.
Begrüssungspfahl (2001)
Neben dem Eingang steht ein Begrüssungspfahl aus Holz. Er erzählt die Geschichte von der Nebelfrau, dem Raben und den Lachsen. Geschaffen wurde er 2001 von Nathan Jackson (Tiglit).
Am Ende des Platzes, unterhalb der Mauer sehe ich dieses Kanu. Es ist mit Wasser gefüllt. Ich frage mich, ist das Kunst? Oder einfach „nur“ ein Brunnen? Oder Dekoration? Kanus sind gemacht, Personen oder Waren trocken übers Wasser zu transportieren, doch dieses Objekt ist nicht dafür gedacht. Vom Aussehen her erinnert es an die Baumstamm-Brunnen in ländlichen Gegenden, doch plätschert es nicht friedlich vor sich hin, da der Hahnen fehlt. Mir fällt auf, dass Kanus normalerweise aussen von Wasser umgeben sind und im inneren trocken sind. Bei diesem Kanu ist es umgekehrt. Aussen ganz trocken, ist der innere Teil mit Wasser gefüllt. Ich rätsle. Sicher ist nur eins: Dieses Objekt regt zum Staunen und Nachdenken an.
Dreiteilige Skulptur
Die metallene Treppe entlang der alten Steinmauer führt zu einer oberen Ebene. Wäre das Museum geöffnet, wäre der Durchgang ziemlich sicher versperrt mit dem Schild „Durchgang verboten“, das am Fusse der Treppe hängt. Heute aber hängt erst auf der Seite. Ich habe zwar kein gutes Gefühl, doch ich gehe hoch. Einerseits, weil es mich natürlich wunder nimmt, ob dort oben ein Kunstwerk auf mich wartet, andererseits aber auch, weil meine Strecke nicht entlang der Strasse verläuft, sondern querbeet.
Oben hat es eine dreiteilige Skulptur. Vermutlich ist gedacht, dass man sie vom Innern des Museums betrachten kann und dort auch beschrieben ist. Doch von hier aus kann ich nicht feststellen, wer das Kunstwerk wann gemacht hat und auch nicht, wie es heisst.

Stadtlandschaft
Eine Arbeit von Kurt Laurenz Metzler (um 1984). Eine Skulptur aus rostigem Blech. Sie steht bei einem Wohnhaus in der Resedastrasse in einer Art Blumenrabatte. Das wirft Fragen auf. Wem gehört diese Skulptur? Wer hat sie hierhin gestellt? Der Eigentümer des Hauses? Gehört sie zum Wohnhaus? Oder die Stadt Zürich? Es ist mir auch nicht ganz klar, was sie hier soll und für wenn sie gedacht ist. Die Resedastrasse ist eine Sackgasse, also hat es eher weniger Passanten hier. Sie wird vermutlich nur von Anwohnern und ihren Gästen benutzt. Heisst das, dass dieses Kunstwerk somit nur zur privaten Nutzung gedacht ist?
Abstrakte Figur
Diese abstrakte Figur aus Stein habe ich in einem sehr grossen Park einer Wohnsiedlung bei der Zollikerstrasse 197 gefunden. Die Figur ist aus Stein und steht auf einem steinernen Sockel. Sie hat keinen Namen und wurde ca. um 1980 geschaffen. Auch hier taucht bei mir die Frage auf: Ist dieses Kunstwerk für die Öffentlichkeit gedacht oder ist sie privat?

Ist das Kunst?
Auf meinem Weg begegne ich interessanten Objekten, Formen, Farben, die, wären sie in einem anderen Kontext anzutreffen, durchaus als Kunst durchgehen könnten. Ich frage mich, was denn etwas zu einem Kunstwerk macht, während das andere lediglich ein Gegenstand ist? Ist es die Funktionalität, beispielsweise bei Spielgeräten auf einem Spielplatz? Ist es der Ort (kein Museum)?
Katholische Erlöserkirche
Ich überlege lange, ob ich in die Kirche gehen soll – oder nicht. Einerseits wären im Kircheninnere sicher einige Kunstwerke anzutreffen. Doch auch hier stellt sich die Frage, ob das Kunst im Herkömmlichen Sinn ist. Schliesslich erfüllen diese Werke schon auch eine gewisse religiöse Funktion. Und genau dieser Aspekt hält mich auch zurück. Die Werke sind aufgeladen durch religiöse Werte. Störe ich diese, wenn ich die Werke „nur“ als Kunstwerke betrachte? Oder verletze ich dadurch die religiöse von Gläubigen? – Ich gehe trotzdem hinein.

Ich bin etwas erstaunt über das schlichte Erscheinungsbild der Kirche. Auf den ersten Blick wirkt sie als wäre sie evangelisch. Auch das Innere ist für katholische Verhältnisse sehr schlicht gehalten. Die Kirche wirkt auf eine sehr verstaubte Art modern.

Mühlerama
Das Mühlerame ist ein Gebäudekomplex mit verschiedenen kulturellen und kulturell angehauchten Angeboten. Ein Theater hat es da. Ein Museum. Gastronomie. Man kann Kurse machen oder Yogastunden nehmen. In einer Art Innenhof finde ich hinter einer Mulde versteckt, dieses (namenlose?) Kunstwerk. Aber auch hier stellt sich mir die Frage: Ist das Kunst? Aus den Verbotstafeln, man darf nicht hinunterrutschten, schliesse ich, dass es Kunst sein muss. Eine Art Betonplatte, schräg in die Kellerebene verlaufend, die Oberfläche in zwei Farben gestrichen. Hellblau und Rostrot. Ich assoziiere damit die rostroten Bachziegel der Anlage und den hellblauen See. Und als ich nach oben blickte, sah ich, dass auch der Himmel hellblau ist.
Lichtquader
Ganz im Ecken am Rande der Freizeitanlage Riesbach stosse ich bei der Seefeldstrasse 93 auf diese Skulptur von Johannes Peter Staub aus dem Jahre 1971. Sie heisst Lichtquader. Eine Art Würfel mit vier verschiedenen Ansichten. Man erkennt sofort, dass es sich hier um Kunst handeln muss, denn die Skulptur steht auf einem Sockel, ebenfalls auf Stein. Ansonsten steht sie an einem sehr unpopulären Ort, wo sie kaum wahrgenommen wird. Weder die Leute im Park beachten sie, da sie ganz am Rande und hinter Bäumen versteckt steht, noch die Passanten, die an der Seefeldstrasse an ihr vorüber gehen. Das drängt auch bei dieser Skulptur die Frage auf? Für wen ist sie gedacht? Warum steht sie ausgerechnet hier an diesem Ort?
Salvador Allende
Im Gegensatz zum Lichtquader steht diese Skulptur Alvador Allende an einem ganz populären Ort, nämlich mitten in der Freizeitanlage Riesbach. Ganz nahe steht die Berufsschule, dann eine Kantonsschule sowie eine Freie Schule. Gleich daneben ein Spielplatz und das GZ Riesbach.
Paul Sieber hat dieses Kunstwerk 1972 gemacht. Zeigt sie spielende Kinder, die auf einer Art Turm aufeinander stehen? Die Oberfläche ist uneben. Man sieht deutlich, wie der Stein bearbeitet worden ist. Bei den obersten Figuren wächst auf den Köpfen Moos, was aussieht wie grünes Haar.
Obwohl diese Skulptur sehr präsent ist an ihrem Standort, frage ich mich, für wenn dieses Kunstwerk gedacht ist. Für die Mütter, die ihren Kindern beim Spielen zusehen? Oder die Kinder selbst? Ist sie als weiteres Spielgerät gedacht? Darf man auf der Skulptur herumklettern? Aus dem Internet erfahre ich, dass Paul Sieber den Stein vom Gymnasium Riesbach hat. Die Figur steht also wieder da, wo sie entstanden ist. Das erklärt wiederum den Standort.
Bei der Namensrecherche bin ich auf Salvador Allende gestossen. „Salvador Guillermo Allende Gossens war ein chilenischer Arzt und Politiker. Von 1970 bis 1973 war er Präsident von Chile. Seine Präsidentschaft war der Versuch, auf demokratischem Wege eine sozialistische Gesellschaft in Chile zu etablieren.“ (Wikipedia) Dieses Wissens gibt der Skulptur einen neuen Blickwinkel. die Menschen, die aufeinander stehen….. Das ist kein Spiel, sondern das Leben. Man könnte nun Solidarität sehen in der Skulptur. Man kann etwas erreichen, wenn man zusammenhält. Man kann sich die Höhe arbeiten. Oder man erkennt eine Kritik in dieser Skulptur. Es gibt die Privilegierten, die oben stehen, aber ohne den Unterbau, ohne die, die sie stützen wären sie niemals an diese Position gekommen.
Recht interessante Aspekte, die diese steinerne Skulptur an mich heranführt. Ich kann mir vorstellen, diesen Fragen weiter nachzugehen.
Was ist das denn?
Im Schlossburgpark bin ich auf ein seltsames Gebilde aus Holz gestossen. Auf ein kleines schmales Häuschen. Ein Aufbewahrungsort für Gartengeräte? Dem Aussehen nach erinnert es mich an einen in die Höhe ragenden Sarg. Ein Mensch müsste gerade hineinpassen. An allen vier Kanten hat es je vier Schnappschlösser, welche zusätzlich mit Kabelbinder zusammengehalten werden. Ich sehe, dass alle vier Wände bemalt, respektive versprayt oder mit Sticker beklebt sind. Das war vermutlich nicht beabsichtigt. Ich merke, wie dieses Gebilde meine Fantasie anregt. Ich habe das Gefühl, diese Kiste ist ein Geheimnis, das es zu lüften gilt.
Bal a rotta (1971-1973)
Beim Kirchweg 2 passiere ich diese Stahlplastik von Robert Müller. Erst dachte ich, es handle sich bei diesem Haus um ein Geschäftshaus. Es sah ganz danach aus. Doch aus den vielen Briefkästen schliesse ich, dass es sich um ein Wohnhaus handeln muss. Doch das Gebäude ist umgeben von Geschäftshäusern. In dieser Strasse ist es auffallend ruhig, die Häuser sind gross, die Strassen breit und übersichtlich. Auch diese Skulptur wirkt ein bisschen deplatziert an ihrem Standort. Ein bisschen „abgestellt“. Was soll sie hier? Für wen ist sie gedacht? Diese Skulptur ist nicht uninteressant, doch an diesem Ort wirkt sie langweilig.










































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