Woche 14: KLÄRUNG

Erste Experimente mit Absperrungen versuchen. Z.B. mit nur einem Strich am Boden (Kreide oder Malerklebband), einem Absperrband und einem höheren Sichtschutz, z.B. einem Tuch. Das könnte dann so aussehen:

Die nächsten Schritte:

  1. verschiedenstes Material zusammenstellen
  2. 3 Werke festlegen für Kurzführung
  3. erste Experimente mit der Gruppe am 08.04.2021, 14.30 Uhr
  4. Auswerten

ERSTE EXPERIMENTE

Mit verschiedenem Material mache ich mich am Donnerstag, 08.04.2021 mit meinen Mitstudierenden auf, erste Versuche zu starten, erst Mal den Raum um das Kunstwerk vom restlichen öffentlichen Raum zu trennen. Als Versuchsobjekte habe ich zwei Kunstwerke in unmittelbarer Nähe vom Toni-Areal ausgesucht. Den Brunnen Car-Carac-Ta und Anne-Sophie.

https://www.stadt-zuerich.ch/ted/de/index/oeffentlicher_raum/kunst_oeffentlicher_raum/vermitteln_verbuenden/newsletter/artikel_kn_1_2016.html

/http://aatc.artandthecity.info/de/kunst/valentin-carron/

https://www.stadt-zuerich.ch/ted/de/index/oeffentlicher_raum/kunst_oeffentlicher_raum/ermoeglichen_beraten/anne_sophie_platzierung.html

Anne-Sophie

Roter Teppich


Der grosse, ausladende freie Platz um die heroisch wirkende Skulptur herum, das saubere und glatte Umfeld, das keine Möglichkeit bietet, anzudocken animierte uns sofort, eine Art roten Teppich zur Statue hin zu legen. Das leuchtende rot bietet einerseits einen grossen Kontrast zum Umfeld, das in Grau und Schwarztönen gehalten ist, fügt sich aber auch nahtlos darin ein. Das Umfeld und auch die Skulptur ruft innere Bilder hervor, die an Konsum und Luxus, glatte saubere Flächen, klinische Reinheit erinnern. Dasselbe tut auch der „rote Teppich“. Man kennt ihn von Oscarverleihungen, Staatsempfängen, etc. Leider windete es, so dass wir die Papierrolle wieder zusammen rollten, um sie nicht weiter zu beschädigen.

Das rote Band

Mit dem roten Band sperrten wir die Umgebung um die Skulptur herum ab. Das vermittelte durchaus ein Gefühl von Verbundenheit, doch blieb es wage. Vermutlich würde sich das Gefühl verstärken, je Mehr Menschen man ist. Oder man müsste den Kreis verkleinern.

Durch Einwickeln haben wir den Kreis verkleinert. Durch das sind wir dem Kunstwerk, aber auch einander näher gekommen. Es fühlte sich eher beengt ein. Zudem verlor sich durch diese Aktion die Bewegungsfreiheit völlig. Das Ganze wirkte eher hindernd als bereichernd. Diese Wirkung verstärkte sich zudem durch die Grösse der Skulptur. Andererseits sind wir dadurch in Perspektiven gekommen, die wir ohne diese Aktion nicht eingenommen hätten.

Das Sofa

Ein mit Kreide gezeichnetes Sofa markierte den Sitzplatz und die Perspektive auf das Kunstwerk.

HINTER dem Vorhang

Durch grosse schwarze Vorhänge bauten wir einen Sichtschutz gegen aussen. Die Ecken wurden durch die beteiligten Personen zusammen gehalten. Dies vermittelt wirklich ein gewisses Gefühl von innen und aussen und von Intimität, sofern das obere Ende der Tücher über denKopf reicht. D.h. der Sichtschutz muss vor allem die Kopfpartie, evtl. noch einen Teil des Rumpfes erreichen. Allenfalls könnte dieser Effekt auch mit Regenschirmen erreicht werden?

UNTER dem Vorhang

Ein ähnliches Gefühl wird vermittelt, wenn das Tuch Über den Kopf gezogen wird. Bei dieser Skulptur ergaben sich durch die glänzende Oberfläche schöne Lichteffekte unter dem Tuch.

In die Fussstapfen treten


Durch gekennzeichnete Fussposition setzten wir den Standort der Betrachten fest. Dadurch wird die Perseptive fixiert und der Blick auf die Skulptur bestimmt.

How to….

Neben den Fussstapfen sind verschiedene Anweisungen angebracht, was an dieser Stelle zu tun ist. Das animiert, Dinge zu tun, die man andernfalls wohl kaum tun würde, was wiederum eine „öffnende“ Wirkung haben kann.

Ungewohnte Perspektive

Wir legten uns auf den Boden, nahe bei der Skulptur und erhielten dadurch die überraschendste Perspektive von unten nach oben. Darüber hinaus entdeckten wir uns In der glänzenden Oberfläche selber wieder, jedoch aufgrund der Wölbung ganz verzogen und mehrere Male. Das heisst, wir bekamen durch diese neue Perspektive einen ganz neuen Blick auf Die Welt und auf uns selbst.

Car-Cara-Ta

Feierliche Eröffnung

Störung

Der Raum um den Brunnen herum wurde mit dem roten Band eingegrenzt. Dabei kann man entweder den örtlichen Bedingungen folgen, wie z.B. der natürlichen Grenze des Sockels oder sie bewusst nicht beachten. Das beeinflusst die Aussage des Werkes und die Ausstrahlung des Ortes.

Eingehüllt

Der Brunnenskulptur wurde ein Sack übergestülpt, in den man auch hineinkriechen kann. Die dadurch verursachten Empfindungen waren ambivalent. Einerseits war die Nähe beengend und der Blick auf die Skulptur eingeschränkt. Andererseits wirkten andere ästhetische Erfahrungen vor, wie z.B. das veränderte Licht, das auch die Farbe beeinflusst.

Raumgestaltung mit Stühlen

Die im Park platzierten Stühle wurden zusammen gesucht und um das Kunstwerk herum platziert. Dadurch geschehen zwei Dinge. Erstens bilden die Stühle eine Art Rahmen oder Grenze zum restlichen Park, andererseits laden sie ein zum längeren Verweilen und sich austauschen. Zudem wird der Eindruck einer Bühne verstärkt, der auch so schon vorherrscht: durch die Einrahmung des Ortes durch die Häuser, den natürlichen Buchenhaag und en Sockel, auf dem der Brunnen steht.

Wasserspiel

Mit der Kartonröhre wurde der Hahnen des Werkes verlängert. Dabei kann der Wasserlauf beeinflusst werden. Wasserspiele machen immer Spass. Klein und GROSS. 🙂

KLÄRUNG

Mich interessiert die Beziehung zwischen (öffentlichem) Raum, Körper, Skulptur und Handlung

Mich beschäftigt die Frage, wie ich den Betrachter des Kunstwerkes aktivieren kann, respektive, wie ich an seine Kreativität appellieren kann, um mit dem Kunstwerk in eine Handlung zu treten und ihn animieren, seine Handlung in Bezug auf das Kunstwerk mitzugestalten und eintreten in ein Spiel mit dem Werk, dem Raumes und dem eigenen Körper?

Ich habe die These, dass sich dadurch die Rolle des Betrachters verändert und sich zu einer Rolle des Benutzers verschiebt.

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