Glocke *Hardau*Bimbam*2006, 2006 – Claudia + Julia Müller

Glocke in Bronze, Stimbasis Gis, Höhe 120 Meter, Durchmesser 100cm, Standort Wohnsiedlung Hardau II, Bullingerstrasse 60, Nordfassade

  • Zuckerhutglocke
  • schwebt 12 Meter über Boden
  • Seil ist 120 Meter lang
  • macht den Durchgang zwischen Wohnturm und Primarschulhaus zu einem Tor.
  • Bündelt Wege zwischen Schulen, Horten und Turnhalle, zwischen Spiel-, Pausen- und Grillplätzen
  • Glocke ist über verschiedene Kulturen hinweg eine Trägerin von vielen Bedeutungen: freudvolle Ankündigungen, ruft zu Versammlungen, Pflicht und Ordnung und warnt vor Unheil.
  • stiftet auch Gemeinschaft und Identität
  • Schwebezustand zwischen Aufzug und Abbau: gesellschaftliche Utopie, die n der Hardau ein städtebauliches Fragment geblieben ist.
  • läutet um die Jahrtausendwende den zweiten Hochausboom ein.
  • Aufzug Oktober 2006 mithilfe der Kinder vom Quartier

Claudia und Julia Müller

Claudia Müller
* 1964 in Basel

Julia Müller
* 1965 in Basel
leben und arbeiten in Basel

Claudia Müller: Kurse an der Kunstakademie Düsseldorf, 1989 Eidgenössisches Kunststipendium, 1990 Kiefer Hablitzel Stipendium. Julia Müller: Lehrgang Textildesign an der Schule für Gestaltung Basel. Ab 1991 gemeinsames Atelier in Basel und ab 1992 Zusammenarbeit als Künstlerduo. Klangobjekt, Wandrelief und erste zeichnerische Arbeiten. 1993 Kiefer Hablitzel Stipendium, 1994 Manor-Kunstpreis Basel. 1995 Einzelausstellung in der Kunsthalle St. Gallen; Erweiterung der zeichnerischen Arbeit in den Raum. Bedeutende Ausstellungen im Fri-Art Centre d’art contemporain, Fribourg (1996), und in der Kunsthalle Basel (1997). 1997 Cité internationale des arts, Paris, 1999–2000 Atelier der Schweizerischen Eidgenossenschaft, P.S.1, Institute for Contemporary Art, New York. Vermehrte internationale Präsenz in Galerie- und Museumsausstellungen. 

Einzelausstellungen (Auswahl): 2003 Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid; 2004 Kunstmuseum Thun, Grazer Kunstverein sowie Württembergischen Kunstverein Stuttgart; 2010 Museum Franz Gertsch; 2019 Musée des beaux-arts in La Chaux-de-Fonds; 2020 Centre Culturel Suisse, Paris. 2004 Kunstpreis Kanton Basel-Land; 2010 Prix Meret Oppenheim. Mitarbeit bei verschiedenen Kooperationsprojekten wie dem medialen Panorama für die Expo.02 in Murten und diversen Arbeiten im Bereich Kunst am Bau. Seit 2005 hat Julia Müller eine Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe inne.

Thematisch beschäftigen sich Claudia & Julia Müller vor allem mit menschlichen Beziehungen. Während anfangs der Zusammenarbeit Personen aus dem privaten Umfeld als Modelle dienten (Enzyklopädie der Freundschaft, 1993), weitet sich das Spektrum inhaltlich ab Ende der 1990er Jahre immer mehr aus. Durch die 36-teilige Zeichnungsarbeit Random Signserschliessen sich die beiden Künstlerinnen Themenkreise wie Archaik, Exotik und Fremdheit, was sie mit der Rauminstallation Unsere Erde, ihre Völker, ihre Schätze (2001, Öffentliche Kunstsammlung Basel) weiterführen: Heimatliches wird mit exotischen Bildwelten konfrontiert. Zunehmend manifestiert sich auch ein Interesse an gesellschaftspolitischen Themen wie prekären Familienkonstellationen (Idylls, Installation 2002–2003, Aargauer Kunsthaus Aarau) oder der Koexistenz der Religionen (Die Welt, in der wir leben (Mekka), 2006). Zudem tauchen in der Arbeit immer wieder Selbstbildnisse auf. Ihre künstlerische Analyse ist immer betont subjektiv und zielt auf verdeckte, existentielle Ebenen. 

Das gemeinschaftliche Arbeiten als Schwesternpaar schlägt sich bei Claudia & Julia Müller in visualisierten Erinnerungen nieder, denen ein dialogisches Prinzip – sowohl miteinander als auch mit dem Betrachter, der Betrachterin – zugrunde liegt. Dabei verknüpfen sie konzeptuelle Ansätze mit subjektiven Bezügen ebenso wie abstrakte Zeichen mit figurativen Darstellungen. Bei der 2010 für das Museum Franz Gertsch entstandenen installativen Arbeit Spaziergang (Passage)schufen sie eine Wandmalerei, die sich über die gesamte Wandfläche erstreckte. Dargestellt waren Szenen zwischen Stadt und Land, bevölkert von menschlichen Rückenfiguren, die die Besuchenden zur Identifikation einluden und damit ins Bildgeschehen einbanden. Unterbrochen wurde dieses Panorama von einigen Leerstellen sowie einer dreidimensionalen, weiss bemalten Holzkonstruktion in der Mitte des Raumes, welche als reales Element den illusionistisch angelegten Erzählparcours empfindlich störten. 

Die Werke entstehen nach Fotografien, die als Bindeglied zwischen der sichtbaren Wirklichkeit und dem künstlerischen Bild stehen. Die verwendeten Aufnahmen werden dem privaten Fundus der Künstlerinnen, ab 2000 zunehmend dem kollektiven Bildgut der Medien entnommen und setzen der redundanten Bilderflut der Medien eigene Bildwelten entgegen. 

Werke: Aarau, Aargauer Kunsthaus; Öffentliche Kunstsammlung Basel, Kunstmuseum; Basel, F. Hoffmann-La Roche AG; Binningen, Schlossacker Zentrum für Wohnen und Pflege, Ficelle, 2012, Keramikrelief; Birsfelden, Alterszentrum, Ein unverhoffter Besuch, 2012, 8 Wandmalereien; Frankfurt, Sammlung Deutsche Bank; Liestal, Sammlung Kunstkredit, Archäologie und Museum Baselland; Luzern, Universität, BuboBubo, 2011, Wandzeichnung und mechanische Eule; New York, Museum of Modern Art, Judith Rothschild Foundation; Schaffhausen, Museum zu Allerheiligen; Sélestat, Frac Alsace; Kunstmuseum Thun; Unterentfelden, Zentrum und Schweizerische Schule für Schwerhörige Landenhof, Alice im Wunderland, 2004, Spiegelinstallation; Kunsthaus Zürich; Zürich, Migros Museum; Zürich, Sammlung Credit Suisse; Zürich, Quartier Hardau, *Glocke*Hardau*Bimbam*, Glocke, 2006.

2011“BuboBubo”, Walldrawing and mechanic owl, University of Lucerne, Switzerland

Quelle: SIK ISEA

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